Chomsky stellt trotz überragendem Wissen und detailgenauer Rekonstruktionen etwas Altes dar.

Ich denke nicht das es Sinn macht seinem Bewusstsein allzu viel Raum zu geben, er ist wunderbar in seinem Wissen und seiner Entlarvungsfähgikeit aber ihm fehlt vielleicht aufgrund dieser Arbeit jeglicher Ansporn , jegliche positive Wendung des Erkannten, es muss schrecklich sein so tief im Dreck zu wühlen, aber seine Leistung ist bewunderswert auch wenn er sich in Wem die Welt gehört bis ins Langweilige hinein wiederholt.

Man möchte ihm zurufen, ja wir wissen es, ja, keine Sorge, ich verstehe, aber es ist wohl auch (noch) nötiger in Amerika auf diese Art zu warnen und zu demaskieren, Europa, jedes Land hat andere geistige Strukturen und benötigt regionale Entzauberer, Deprogrammierer, welche die lokalen Besonderheiten berücksichtigen.

Was allerdings an diesem Buch zeitloses Manifest an sich sein wird ist die bizarre Realität der amerikanischen Nation. Ich liebe meine eigene biographische Entwicklungsgeschichte so sehr, weil sie oftmals als Beispiel für Entwicklungsprozesse oder Intelligenzsteigerung bzw. Verdummung geeignet ist, wenn ich mich schonungslos oute und dann die verschiedenen Schritte aufzeigen kann welche mich selbst deprogrammiert oder redesignt haben.

Einem einfachen, relativ ungebildeten Menschen aus progressiver, aber kaum relevanter Umgebung in einem Hobbitland wie Österreich, in einem Hobbitstädtchen wie Graz, im wahrsten Sinne des Wortes zu entspringen und sich auf anderen, spannenderen und kreativen Ebenen neu zu erfinden benötigt weniger Knowhow oder Ressource als potentielle Nachahmer befürchten, als man grundsätzlich erwarten.

Und so ist es auch in Betrachtung und Verständnis Amerikas erstaunlich einfach. je differenzierter und genauer bewusstes Denken und Reflektion zu werden beginnen, desto schneller und unmissverständlicher zeigen sich noch wertfrei aber bemerkenswert offenherzig alle notwendigen Details um schrittweise oder manchmal auch in Aha-Erlebnissen berauscht zu Erkenntnis zu gelangen.

Chomsky füllt hier lediglich eine historische Lücke der Aufarbeitung, aber Amerika anbetungswürdig und verheißungsvoll, diese Sprosse der Leiter um ein wenig the Path zu karikieren, diese Sprosse der Leiter überwand ich mit dem kronen Zeitungsstadium mit dem Boulevard bereits im Alter von 8-12 Jahren obwohl ihm ausgehändigt, ich war Fan von Ronald Reagan weil einfach nur ein dummer Junge.

Diese Outen ist wichtig, ich liebte den Star Wars Aspekt, Reagans damals blumigst vorgestelltes Raketenabwehrsystem, aber ich war politisch ungebildet aus familiären Gründen von kleinformatigen Tageszeitungen mitprogrammiert, ich beruhte quasi auf dem Denk und Abstraktionsniveau, auf dem der emotionalen und geistigen Unreife von RTL.

Ich mochte die Bildzeitung, obwohl es erste Anzeichen gab das ich mich weiter entwickeln würde. zuerst beruhte dies leider auf dem Interesse an USA Today. Die Auswahl des Inputs, des körperlichen, ernährungstechnischen, des sozialen, des geistigen, des ethischen Inputs bestimmt unsere Realität, unseren Output.

Aber zurück zu Amerika, mein geliebtes Amerika der Jugend, der Kindheit, in welche ich bereits durch Karl May verblödet stolperte, und auch Perry Rhodan half nicht wirklich weiter. Als mehr in Armut aufgewachsenes Kind, als Kellerkind im wahrsten Sinne des Wortes war es wohl eine natürliche Reaktion dem Kapitalismus zu huldigen, und hier jenem Land welcher diesen Traum vom Tellerwäscher zum Millionär am besten zu leben und darzustellen verstand.

Chomsky gelingt in dem Buch mit einem wieder einmal dermaßen irreführenden Translate im Titel, aus Who rules the World wird Wem gehört die Welt? Manchmal fragt man sich ob deutsche Verlage wirklich dermaßen armselig sind oder andere Interessen mit ihren peinlichen Übertragungen verfolgen.

Wer die Welt „ruled“ erklärt Chomsky, wem sie gehört keineswegs, das wird in anderen Büchern deutlichst besser beschrieben, ab Seite 300 ist das Gejammere des liebenswerten Professors kaum noch auszuhalten, aber Augen öffnend sollte es in der fünften Klasse Lehrbuch sein.

Weshalb es wohl nur am rande in manchen Oberstufen mit progressiven Lehrkörpern seine Bedeutung gewinnt ist eine andere Hinterfragensgeschichte, zu lernen das 80-90 Prozent des uns eingetrichterten geschichtlichen Wissens eine great Lie ist bedarf komplexer gehirnchemischer Prozesse, welche menschliche Erfahrung selten zu machen bereit ist.

Wie auch immer, Chomsky ist aktiv, er bemüht praktisch um Konsequenz aus seiner Erkenntnis, ich würde selbsternannten  Intellektuellen durchaus vorschlagen sich erst einmal auf sein Niveau zu begeben bevor man sich als ein solcher sieht.

Als Amerikaner hat man hierbei sicherlich andere Aufgaben. Wenn man den Weltbürger in den Mittelpunkt stellt sind die Mission-Werte und Notwendigkeit leicht herauszufinden, im regionalen Kontext muss man abzuwägen beginnen ob es Wert und Sinn macht und wie man sich einsetzt, denn oft scheint Egoismus hinter Altruismus zu stehen.

Die United States bleiben ein lohnendes Ziel von vielfältigem Interesse, aber dieses Buch und ähnliche anregende Lektüre reißen die Masken vom Antlitz dieser erschreckenden Macht, es zeigt was der gesunde Menschenverstand seit langem ahnt, und macht traurig weil wir in einem unnötigen Selbstzerfleischungsprozess agieren müssen, die Ressource Leben könnte bereits wesentlich wertiger und nachhaltiger in einem steigen Flow jenseits von kulturellen Unterschieden und subjektiven Ausprägungen funkeln und tanzen wenn man die Psychopathen an der Macht entfernt ohne neu hinzuzufügen.

Das moderne römische Reich ist aber längst am zerfallen, und Chomsky grundsätzlich zu negativ, er biegt seine gezogenen Schlüsse ständig in sich selbst zu Recht, mich erstaunt das Viele in diese Falle des Conformation Bias tappen, oftmals selbst die Klügsten und emotional reifsten Personalien des Planeten.

Aber das passt gut ins Gesamtbild der Ignoranz der eigenen Größe und des bereits erfassten Wissens.

Die gesamte Education benötigt eine von Grund auf neue Struktur, erst mit zwanzig oder 30 Jahren von grundlegenden Prinzipien des Seins zu erfahren verhindert oftmals deren praktische Anwendung.

Der Großteil der Menschheit betet noch Geld oder regionale fiktionale Märchenfiguren an , in den gruseligsten Fällen Beides, im Jahre 2018!!!