von Dick Swaab erweist sich als feste Größe wissenschaftlichen Sachbuchs, als ein kurzweiliges und kompaktes Standardwerk von leicht verdaulichen, aber langfristig nützlichem Wissen über eine große Bandbreite von Fakten über das wohl entscheidendste und wichtigste Organ unseres Körpers, möglicherweise auf Dauer jenes, dem wir die Aufmerksamkeit in einem Maße schenken sollte, wie
es bisher leider getan wird.

Brain could be all. Natürlich bleiben philosophische Reste und ein wenig Fragestellung wie man es, das uns ist und in diesem Schreibfall auch Ich am besten transportiert, aber eingedenk dessen was uns Swaab eigentlich nur serviert weil es bereits bekannt ist, sollten wir langsam einsehen wie viel leere Kilometer wir in vielen Lebensbereichen zurücklegen.

Wenn Gehirn verstanden, erforscht, kartografiert wird, wenn Zustände messbar und ersichtlich sind, wenn man Verdrahtungen über geschlechtliche Präferenz bereits zweifelsfrei scannen kann, wenn wir Gehirn als jenes Wunderwerk begreifen, von dem alles andere erst ausgeht, dann sind wir vielleicht wirklich auf dem langsam aus dem Barbarentum, welches Schwaab übrigens auch sehr schön erklärt und in die evolutionäre Entwicklung unseres Masterminds einordnet.

Die Dichte an relevanter Information ist in diesem Buch und seiner Bandbreite von Kunst bis Psychiatrie, bis hin zu Geschichte oder Sozialwissenschaften von wunderbarer interdisziplinärer Weisheit.

Selbstverständlich Schwaab an das er schon ein wenig lange auf der Welt ist und alles etwas zu festgelegt betrachtet, man darf zeitweise besorgt sein, wie viel Entschuldigung manch einer in den Neurowissenschaften auftreiben könnte, aber die Neuverdrahtung außer in seinen relevanten Zeiten wie den ersten Lebensjahren oder der Pubertät ist sein Geschäft nicht.

Und jenes der Psychologen in einem leider wesentlich beschränkteren Systematik als sie uns die Neurowissenschaften zu bieten haben.

Ansätze diese beiden Disziplinen und jene der Psychiatrie zu etwas positiven und vielleicht sogar mit den Sport und Körper und Sozialwissenschaften zu einer Wissenschaft vom Leben an sich, vom guten Leben zu vereinen wird es vielleicht bald geben.

Ich bin sicher nicht der einzige, der sich denkt das wir unser Wissen zu nützen beginnen sollten und es nicht unser Sinn und Ziel sein kann auf vereinfachtem und meist falschem Erfahrungsgut ausgerichtet weit jenseits der Möglichkeiten zu bleiben, die uns die Natur ermöglicht.

Swaab bleibt im rahmen des Berichterstatters, das macht er allerdings gut und viele Bilde rund Geschichten helfen sich empathisch in dieses Buch zu lesen, es wie ein langer Kaffee und Kuchen Nachmittag mit einem sehr weisen und gebildeten alten Herren.

Ich kann nicht überprüfen wo er blinde Flecken und was ihm an Fachwissen entgangen ist, ihm geklingt es auf jeden Fall die Titelgebung zum Programm zu machen und Beweisführung durchgehend aufrecht zu erhalten.

Unser Gehirn ist ein plastisches und noch nicht vollständig begriffenes Wunderwerk, das nach dem ebenfalls entscheidenden Entschlüsseln der Gene der nächste Meilenstein wahrer Zivilisation beherbergt, das Erkenne dich selbst real umsetzen könnte.

Wie soll dieses Erkennen möglich sein ohne zu wissen was da in uns vorgeht, was wir sind wenn wir sind und woher sich dies wie spiest aber auch handhaben lässt.

Denn entscheiden sich wohl die Geister. Swaab wirkt mir zu sehr von Deterministischen Standpunkt aus schreibend, wie bei den Genen ist allerdings alles flexibler, noch flexibler und plastischer, ich denke nicht das wir als Mensch an Grenzen unserer Vorstellungskraft gebunden sein werden, aber bereits was in diesem Buch gelistet wird reicht aus um konsequente Leser zu intelligenteren wesen zu machen.

Schulbuch. Volkschule und Kindergarten. Nicht vom Niveau, sondern vom wann du die wichtigen Dinge erfahren sollst. Wenn Serien die neue Literatur sind, dann sind Sachbücher heutzutage das neue Lernen.

Das uns aus dem verstaubten Blabla befreit und die Türen ganz weit öffnet welche zuvor meist zugeschlagen wurden.

Die Leseliste wird hoffentlich bedeutsamer als der Lebenslauf in seiner gegenwärtigen Form.
Goodreads Account ergänzt LinkedIn.
Swaab sollte auf Beiden stehen und in Reiseführern zu den Niederlanden.