ist eine weitere überraschende Wendung des gestrigen Tages und trotz nächtlicher Kopfschmerzen und Überlastung positiv, stark und spannend, ich stelle auch begeistert fest das auch Hulu gutes Fernsehen zu machen versteht.

Und Serienkultur ist mehr als in Binge Watching mündend, ich sehe sie, wie manche smarte Beobachter, auch als eine geradezu explosiv kreative Literaturform, immer wieder aufs neue Weggebeamt und beeindruckt von der Struktur und Sprache, von den Möglichkeiten der Plots, von ihrer Verschachtelung und ihrem Tiefsinn, meist von verschiedenen Autoren produzierte dennoch zueinander passende Puzzles, ich bin nicht sicher ob dies in unseren schmalen Graden bisher genügend gewürdigt und verstanden wird.

Drehbücher wirken wie eine eigene Kunstform, sind aber doch mehr als nur ein Nebenevent der Literatur, es ist schade,das man sich in Ihnen reduzieren müsste, aber ich bin sicher es gibt gute Ansätze dies zu umgehen.

Die formalen Regeln von Screenwriting zu durchbrechen um den persönlichen Stil, wie ich ihn propagiere und fördere, nicht zuletzt durch diese subjektiven Blogs, bestens zum schöpferischen Ausdruck zu bringen.

HBO ist längst nicht mehr die einzige kreative Insel, aber hat in seiner Vorbildwirkung und Vorarbeit unglaublich Wertvolles geleistet. Und mit jedem Weekend Binge Watching fördert man die Literatur mehr als den xten verstaubten und oftmals so weit entfernten Klassiker zu widerkäuen. Six Feet Under ist Goethe und 24 war in seinen Anfängen Joyce. Und wird eines Tages so besprochen werden, gewürdigt im selben Maße in dem wir heutzutage noch einer irrelevanten Historie huldigen.

Ein Zeichen dafür scheint das etwas reduzierte Interesse am jeweiligen Schauspieler, so gute Arbeit auch in seinen Interpretationen stecken mag, hier etwa Aaron Paul als Eddie Lane, der bereits den unvergleichlichen und mehr Breaking Bad als man ihm zugewichtet hat Jesse Pinkman so famos zu spielen imstande war.

Serien sind Kunstwerke, manchmal ganze Städte aus in Bild gegossener Literatur wie in Game of Thrones, als Ganzes gesehen, und müssen auch als solche verstanden werden, deshalb ist Bingen längst etabliertes korrektes Verhalten, korrekter und smarter Konsum.

Etwas mindful zu tun versteht sich dabei von selbst.

Gutes Serienproduktionen aller Art missachten den alten weg des banalen Hollywood, der früher oder später mit seinen Bewunderern und Junkies entsorgt werden wird, wie Weinstein. Sie sorgen den Mehrwert, für das Gefühl teilzuhaben anstatt nur einen Werbeclip des Unerreichbaren vorgekaut zu bekommen. Ausnahmen auf der Kinoleinwand bestätigen lediglich die regel, wie sich auch wieder einmal die Rückständigkeit der deutschsprachigen Kultur beweist.

Wo Plattenbauten den Markt dominieren sprießen lediglich Ansätze von Pflänzchen und hinten im subkulturellen gibt es ein verwildertes Zuhause, das nach Arteland flüchten muss weil Berlin Babylon bereits als erstaunlich angesehen zu werden scheint. Wer das anzudenken benötigt wurde niemals bereits als Jugendlicher von den Sopranos gefickt.

The Path ist keienswegs perfekt und man wünschte sich eine ähnliche Abrechnung mit dem Vatikan als europäische Großproduktion und Nachfolger der übrigens nach dem atemberaubenden Rome peinlich flachen Borgias, Aber wahrscheinlich ergeben die Figürchen an möglichen Persönlichkeiten keine gute Geschichte, lediglich Narcos für Arme? Mitnichten, es ist mehr der fehlende Mut, das Abramovic-Gen, das Nitsch und Helnwein-Mikrobiom dessen Europa und das Deutschtümelkunstland beklagenswert feiern. Nichts gegen Universum und die Alltagsgeschichten, unser Sprach und Kulturraum hält sich händeringend am Alten fest weil er zu wenig neue Kräfte und Lebensenergie zu bieten hat. Aufbringen möchte, wir sind Meister der Kastration.

Mozart, Freud, sie alle wäre erschüttert was auf ihrem wegbereiten geworden ist, und würden zynisch reich nach Amerika oder England auswandern, wenn man Channel 4 und die BBC mit den Nicht Arte Sendern am festland vergleicht dann versteht man plötzlich die kreative Genialität der britischen Brexitseele auch wenn sie oberflächlich etwas anders wirken mag.

Nun, the Path handelt von fiktiven Meyeristen und droht uns in Visionen ein Waterloo, einen klischeehaften Sektenselbstmassenmord an, aber reflektiert sich in Szenen wie jener rund um den Professor für Neue Religionen bereits innerhalb der eigenen Serie besser als ein Jahr Essay in Zeit und Süddeutscher, als das in herrlich schrägen Fast Bdsm verpackt, vielleicht denke ich gerade beginnt sich die dritte Staffel zu übertreiben, aber egal, es ist schön den ausklingen zu lassen ohne im Niveau abzufallen.