Ganz so ist es dann doch nicht mit der versprochenen Köstlichkeit, man merkt dem Alter entsprechende Neunziger Jahre geschuldete Unkultur, aber was sich dazwischen ausbreitet in diesem Werk über die Abschweifung welche letztlich nichts zu sein scheint als ein Notizzettel und Zauberlehrlings Dahingewürtselt. Aber mit dem Geiste des Frischen versehen und mit einer manchmal fast schon überbordenden Komik.

 

Es gibt ja keine Bücher, die man liest sondern nur Büchern die sich lesen lassen, und manchmal findet man sich ähnlich wie in Partnerbeziehungen, im Grunde kannst du diesem Prinzip bis in die Webseitenwelt folgen, aber damals als Dyer sich da an Lawcrence versuchte, an einem ernsthaften Projekt und erkennen musste wie ungeeignet er ist und die Not zur Tugend machend ungeeignet blieb, aber was mir gefällt und warum er mein Bruder im Geiste scheint, ist auch diese endlose Dahinflanieren zwischen dem was man sich vornahm und dem was man getan zu werden gedacht gedenkt. die köstliche Metapher mit dem persönlichen Bodhi Baum sei ganz dick unterstrichen.

Und seine Laura ist schon gottgütig wichtig, ohne die hätte ich keine zweihundert Seiten Gefasel ertragen, wie jede Erinnerung die er mir hervorkitzelt an eigene Reisen geradezu zu kichern mit mir selbst anregt, das es eigentlich immer nur einer Laura erträglich wird für Weile, Sex sells das ganze Leben.

Er ist so herrlich ehrrlich, er schert sich einen Teufelsdreck um die Ganze Knecht und Speichelleckerlobby, ein bisschen Terry Prattchett für Pragmatiker und Existentialisten ohne den Mut nach vorne zu tanzen.

 

Ein Jammerer vor dem Herrn, und leider : Ich würde keine zehn Stunden mit diesem lustigen aber unerträglichen Monster verbringen wollen, das sein Alter Ego im Wald vor sich her pfeift den man kein bisschen klüger aber manchmal gar gut unterhalten genauso unvermittelt sinnlos wieder verlässt wie dieses Buch eigentlich ist.

 

Die ganze Schrecklichkeit der Neunziger Jahre Gesellschaft und der aus ihr enstandenen Menschenbürden ist so wunderbar karikiert, da sich es als Verweismittel benutzen werde. Ich bin schonungslos, kritisch ? Dann lest mal Dyver werfe ich den Ball weiter. Und wie ihm gelingt Italien rauf den Punkt zu bringen, die Lawcrence Essay Sache, diese eingestreute Buch im Buch das sich dann doch damit abmüht interessant zu sein, wie gesagt very fremdig ist er mir, ich lese ihn trotzdem gern und das ist wohl seine beste Leistung. Weil es zeigt das er sapiosexuell in mein Herz zu schleichen versteht, weil er mich mitfahren lässt auf der Vespa und mitleiden mit meinem Verständnis für englische Unkultur. Für ein Gelehrtengestober. Und irgendwie ist es neuzeitlich, weil ja der ganze Mist zurückkommt, weil die Ruderhemdhirnlosen Spastiker aus Geifhausen alles schreddern bis sie wieder weggespült werden vom Weitgeist.

 

Und diese einzigartigen Stellen : Wie als er den ganzen Meeresfrüchtewahn beinahe beiläufig demaskiert. Einfach nur in einem wahrhaftigen Wutanfall, so könnte man die Energien nutzvoll schleimen. Einem Künstlerdasein etwas abgewinnen, ihm gelingt die Dolce Vita Banalität perfekt.

Er ist so richtig steinzeitlich picassooesk. Muss ein alter Hund sein inzwischen, ein fröhlicher alter Pfeifer. Noch mal zu Lawrence. Und diesem Rilke, der sich hineinmischt in so manches. Wer braucht denn noch mehr von diesem Altertum. Ja, Feinheiten lernen, manchmal will ich meiner Tochter wichtige Kunstwerke zeigen, dann laufe ich rot an, wir sind endlich aus diesem Inzuchtfurzen nach vorne gezappt. Endlich raus aus dem Handjob for Handjob Getöse, das darf nicht die Lese und Lernkultur, das Öffnen des Geistes für die Details sein, welche zukünftig Lebenskunst vermitteln soll.

 

Was wollen wir von den Dinoauriern, was von den Amöben, wir sind heute, wir schnipsen diesen alten Dingen beliebigen Werte zu, surreale Summen ohne Sinn. Und alles aus den 90ern ist unendlich alt. Schau dir die Mode an. Die Videosclips um Gottes Willen.Ich bin da auch oftmals in Italien gewesen, ich hatte wahrscheinlich mehr Spaß als er. Wegen Lauras eigentlich nur.

 

Und wenn schon ein bedeutungsloses Buch so viel Feedback in mir machen kann, ein Kurzweiler, der die ganze Woche mit beschmunzelt und beschimmelt, dann ist mir nicht bange, nur trauen wir keinem Werk vor 2016. Betrachten wir es sportlich archäologisch, irgendwann einmal gab es erste Ansätze von brauchbarem Zynismus und sarkastischer Ironie jenseits von Monthy Python und Harald Schmidt. Langatmig ist das Zeugs trotzdem, man kann das nicht ohne vierzig Mal täglich abzusetzen zu Ende lesen.

 

Man ist geradezu genötigt raus aus dem Spatzenhirn zu kommen, das Dyver so akribisch projiziert. Dieses neurotische Schriftstellerwesen, das uns die Hoffnung nimmt jemals gesunde Künste sehen zu werden. Im allerniedlichsten Sinne natürlich. Schiere Wut ist ein Klassiker. Aber Klassiker sind nicht mehr nötig. Wie seine Meerestierchen sind so viele Gräten, Unerträglichkeiten in diesem Buch, das man sich denkt wann fängt es endlich an. Weil es man nicht als Buch erkennt.

Nur von Welsh war ich noch schneller weg ohne nachher bedauernd in der Tonne zu graben. Der Trick ist wohl aufzufallen mit allen Mitteln gewesen. Wobei die Mittel nicht sehr berauschend waren.  Statt Konsistenz der Erleuchtung wie bei Adams oder Prattchett, ich sehe nichts was mich jemals ein zweites Buch von ihm lesen lassen würde sollen, es ist irgendwie wie verzichtbarer Nachmittag mit einem Badoodate . Unverlangt eine Woche lang gebliebenes Badoodate. Der Erfolg ruht wohl auch davon her das viele so sind wie er, was mich anfangs auch anzog, aber er natürlich im Schriftstellerformat des Buches , ich will und werde niemals Vorzeitliche Kollegen ins Abseits stellen.

 

Was mich neugierig fistet wie die letzten Seiten verlaufen, ob es irgendeinen nützlichen Spannungsletztbogen gibt, was für einen Sinn es macht sein Interesse an den langweiligsten Banalitäten von Lawrence zu outen, wie ödfordöde er sich da andockt, ich finde bemerkenswert wie erfolgreich die Kritik diesen Buchstabensalat aufnahm, aber im Grunde ist es verständlich wenn man die Literatur der letzten Jahrzehnte betrachtet. Es ist als ob nichts geschehen wäre, als ob nur noch nach stilistischer Perfektion strukturierte Hochglanzprospekte in Tunnelblickkaskaden wie Aktien emittiert und imitiert.

Das hohe Ross landet ebenfalls am Schlachthof, nicht nur die Schafe. Ausflüge sind gut um sich fern zuhalten davon. Pynchon wusste was er lange tat. Aber von dem ist Dyver weit entfernt, wie von jeder echten Empathie. Prädikat Nutzlos aber nett.

 

Da sich dennoch so oft laut auflache weist nur darauf hin das meine primitivste Durschnittlichkeit und zwischenmenschlichste Leere ihre Spiegelneuronen gefunden hat, was bitte und wo bitte ist englische Literatur, wenn man davon ausgeht das hier Spitzenwert geliefert wird.

Wenn die Neuen einmal alt sind, dann wird sich weisen, was von 1970-2010 für Müll geliefert wurde. Und weil man schließlich lesen will arrangiert man sich damit. Aber wo ist Wahrheit, Kraft, ich lese gleichzeitig Miller mit Plexus. Wo ist ein Miller in all dem Müll begraben. Die gebügelten Autoren in ihren Preisepuffs, wenn mir eine Charlotte Roche wahrhaftiger vorkommt als ein Tom Wolf dann sagt das nichts über meine Vorlieben aus sondern über die Wertlosigkeit einer ganzen Schriftstellergeneration dazwischen, ich strample wirklich um da rauszukommen, und erinnere mich warum ich vor zwanzig dreißig Jahren alles wegwarf was ich geschrieben hatte, weil ich damals schon sah das diese angetatschten Leerlaufwortmaden Durchschnitt verehren werden und seit Bourroughs Cut Ups nichts Innovatives mehr geschah.
Und das es das Internet gibt würde ja teilweise noch am Liebsten von Ihren besitzers sprich Verlegern verhindert gewollt und jetzt sträflich doof weiter befurzt.

Man kann nur so gut sein wie sein Verleger oder Galerist, endlich krepiert der Zwischenhandel longterm.

Der Erfolg und ( im Sinne von Schreibkunst )Niedergang von Stephen King gab mir recht, was mich berauscht ist nun, das etwas wirkliches geschieht, von dem man Teil sein möchte, ich denke das ist auch in der Literatur möglich. Die eigentlich unnützer ist als andere Künste und sich mit der gegenständlichen Malerei verziehen sollte, auf den Gulag der Blablas.

 

Ich parodiere gerne, ich bin doch selbst nur dazwischen anzusiedeln, aber das ist mein Vorteil, ich brauche diese Sahara des Denkens nicht, diesen Kleinodgeisterkräutergarten, der nach Sein und Haben Stillstand, nach Camus nur noch soff, dem heute noch Faust gefällt weil es kein weiteres Faust gab, weil sich niemand auch nur irgend zu trauen scheint das über The Witcher hinausgeht, kein Wunder das man zweitausend Jahre später noch immer Aristoteles lieben muss, weil keine hundert nach ihm geistvolles zu sagen wussten. Vergessen im publizieren der eigenen Bedeutungslosigkeit,. da lob ich den Journalismus. Der hat zu berichten.

Denn dieser Tiefpunkt aller Kunst findet in der freiesten Gesellschaft aller Zeiten statt!!!!

Aber was kann es Schlimmeres geben als einen englischen Fast Autor und Fast Humoristen der einen anderen fast englischen Autor in einem in Italien nicht geschriebenen Buch verewigt, ich bin froh das die Neunziger Computerspiele hervorbrachten die mcih von diesem dünnen Brei der geblieben wäre nachdem ich alles Wichtige gelesen hatte ablenkten.

 

Aus schierer Wut würde ich nur Autor sein sollen. Das kann ich nachvollziehen. Es ist aber uninteressant wütend herum zu rennen und mich ekeln Agressionsbessesene allerorten. Und die Neurotiker nerven einfach nur. Aggressivgesteuerte Neurotiker sind die schlimmsten von Allen. Ich schreib mich lieber an Tarotkarten wund, an neuen Deutungshoheiten, ich gehe besser ins Freie und gebäre als aus Fadenschein Baumpestizide zu lucken.

 

Gelehrtentümpel ohne Pracht kein Wunder keine Werte macht.

 

Und hört mir endlich auf mit dem entschuldigen. Enthuldigen wir, Künstler, Schriftsteller zu sein, Autor, das muss wieder brennen und explodieren,das darf kein apollinischer Zwei Uhr Tee bei Mama und Papa sein über den man sich beim Zählen der mitgeklauten Essenmarken flüsternd mokiert. Schönheit in Werken, okay, das ist ein wahrer Weg, das ist ein eigenes Talent, aber alle andere Kunst sollte sich reiben und krachen, munter sein und nicht diesen Hurenhafen ansteuern, dieses Bitte was darf ich tun in die Gosse trällern, echte starke Authentizität bedarf keine ewigen Party, das wäre falsch verstanden

aber sie sollte finden statt verwalten, fordern statt sich unter halten, knietief in der Suhle dessen steckend der den Futtertrog gerade hält, Kultur bedarf der Unzucht, nicht des Bürokratenballporno der 8 von 10 Büchern zur Schande degradiert, Bilder und Filme wohl auch, ich wage nur nicht noch mehr in einem Artikel zu zerstören.

 

Neu erschaffend ist ja die geheime Zutat aller Dinge, die Phönixlegende, das Hindurchbrechen des Grünen im Asphalt. Niemals wird sich das ändern, und man muss nicht Establishment und darin aufgeben was den Anfang meist bezeichnet, man sollte nur Verträge zerreißen und den Willen zu Macht leben, zu einer Macht der Freude anstatt dem Duckmäusertum. Dem Arrangement. Wir sind Gelegenheit meine Süßen, wir sind Fleisch im heiligen Sinne, wir brodeln uns, wir genießen wieder, anstatt dumpf den jedentag zu dekorieren.

 

Es ist keine Frage von altern, jung bleiben, Talent als Schattierung, es ist eine Frage dessen was die Wenigen die sich dem noch aussetzen immer betonten : Du musst der Wildness, de r Vorsozialistion, der Mystik angehören, nicht der Religion, dem Gesetz, der Kunst wie sich falsch definiert.

 

Art Brut. Beides existiert ich weiß, ich wage nur anzudeuten was mir eigentlich bestrebensfrohlockt, ich kam aus dem Dunkel zurück, weil es Sinn macht, ich kenne diesen ganzen Schuhputzerzirkus, diese Schleimlösenden Brechmittel aus technischem Verständnis, diese ausgemergelte Phantasie, selbst in ihren ureigensten Genres wirkt sie wie ein Feinstaubregen, wie eine Sonnenfinsternis. Ich geh doch nicht umsonst mit Baumgeistern sprechen und einem Pauli oder Schrödinger mehr zugestehen an Artsy als all diesen Verzwirbelten Hoffnungsträgerfallenlasser, ich will doch einfach nur ein gutes Buch.

Jeden Tag eins, das muss auf so einem Planeten möglich sein. Mit den Serien geht es ja auch. Aber hör mir bitte auf all den Unrat zu schultern, wenn ich jetzt ein Buch über einen Journalisten schreibe der über Dyver schreibt wie er über Lawcrence schreibt kann ich mit dem Gödel den Escher berieseln. Dem Feuilleton einen lutschen? Und sind wir  in all der Weinsleigkeit nicht zu weit gegangen, im Affront?

 

Aus schierer Wut sollte man in den Krieg ziehen, nicht Bücher schreiben bitte dezimiert euch doch

 

Ritanlin abgesetzt. 30.6.2018 13.11

Leonard da Vinci

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