Der unziemlich furchtbare ZOB soll uns kein Maßstab sein, es ist Paris Bercy in Klein und die Frage gestattet weshalb angebliche Weltstädte es nicht auf die Reihe bekommen saubere Toiletten auf Busbahnhöfen zu organisieren und was uns das über Menschen aussagt, im Privaten hätten wir die Antwort schnell.

Der schnuffige Elieeen in mir, dieses Dandygefühl ewigen Verwunderns über die Eingeborenen.

Aber sei es drum, wir erreichen Schöneberg, den Kleistpark, ich wohnte bereits einmal in dieser Gegend, aber Berlin ist keine Stadt in der man sich der Straßen gut erinnert, es ist beliebiger austauschbarer Flickenteppich ohne Markanz.

Die Ubahnen sind unangenehm eng, die S Bahnen dagegen ein lässiger Überschweber um das Gefühl durch eine Barracke zu trampen voll ausleben zu können.

Man merkt schon es stellt sich kein sofortiges High ( mehr ) ein wie in manch anderen Städten von Rang.

Das braucht schon den

Alex

doch auch dieser hat nichts Gewisses oder Etwas nach einem kurzen First Contact High, hat nichts Erhabenes wie es Plätzen hilft wirklich umwerfend werden zu können, der Markus etwa würde gar nicht auf die Idee kommen das der Alexander ein Platz ist, eher ein verwirrend um sich selbst gewickeltes Verkehrsleitkaufmöglichstvielsystem mit etwas Beton ohne Sinn und einer Weltzeituhr gennanten Sinnlosigkeit im Smartphonezeitalter, ist Platz wohl eher eine Denunziation. Was uns Mann dazu sagt ist ebenso unerheblich wie Platons Geschwafel über Atlantis.

Und Gott, den es nicht gibt, verdammt, Deutschland, erhöh doch deine Supermarktdichte. An den richtigen Stellen allerdings. Und nein, diese seltsamen Spätis sind okay in Kalkutta, nicht in der ersten Welt. Und in den Produkten erhöhe bitte deine Qualität, fresst nicht echt alles Freunde. Österreich lieben beginnt wenn man Deutschland jenseits der etwas besseren politischen Kultur betrachtet, welche allerdings vom un appetitlichsten Rechtsextremismus des Planeten aufgehoben wird. 

Der Alex ist also zweifelhaft besonders wie die Hertha, aber nur weil man ein bisschen Timesquare spielt ist man noch lange kein gelungenes Raumplanungsprojekt. Am Neptunbrunnen gähnen wir uns ins Nikolaiviertel, längst fragt man sich ob es wirklich nötig war, die Sache mit der Wiedervereinigung, das hatte wirklich noch Flair, das alte Gallier-Berlin.

Heute scheint es sich eher einzureden cool zu sein, dabei bekommt man nicht einmal einen sinnvollen Wohnbau hin und muss in Wien spionieren. 

Und so bleibt einem nichts anderes als etwas enttäuscht vom

Park Inn zu springen


Danach ist alles etwas mehr im Lot und Berlin natürlich ein dermaßen farbenfrohes Narbengesicht, das man die Herzlichkeit un-vermisst aufgibt und sich in den wunderbaren Multikulti Märkten der Stadt suhlt, die einen damit versöhnen das Currywurst tatsächlich auch im dritten Jahrtausend noch trotzige Leitkultur scheint. Immerhin gibt es sie nun Bio und ohne Haut. Vielleicht auch ohne Curry, das wäre originell.

Berlin ist geil, das ist wörtlich zu nehmen, eine ziemlich überdrehte Kinkszene zelebriert sich mit anderen Bubbles um die Wette, ich mag das, aber es ist leicht festzustellen, das nicht alles mehr hergibt nur weil es stärker aufgeblasen wurde, es ist also nicht verwunderlich wenn 
das 1,70 Bier im Supermolly besser schmeckt als dieses ganze Getue und Gezerre um Bedeutung und Style. 


Und die ganzen Häuserwände, oh, ja, jetzt fühlt es sich plötzlich nach einer echten Subkultur, mit einem pseudolosen Punch brechen die grauen Straßen und da flackert die alte Liebe auf, da sehe ich die Straßenschlacht, das Mekka der Gegenkultur, die Idiots brüllen mich nieder, es ist herrlich von der Old Lady hier im Halbdunkel angetanzt zu werden, Sprüche überall,

Berlin ist trotzig, tiefenurban.

Ja, natürlich nicht mehr zeitgemäß kultig, aber was soll es, vielleicht gibt es die Chance das eines Tages dieselbe Leidenschaft herrscht wie in den Babylon und vor dem Mauerfall Zeiten, auch wenn man die verklärt.

Es gibt

Secret Audio Tours

durch ein artistisches Berlin, eine Kunst die man sich nicht auf Airbnb buchen kann, geheime Farmen in Wäldern in denen man auf Pilzreisen gehen kann, es gibt diese Überschneidungen, in denen sich die Bubbles ein bisschen als sinnvoll zurückmelden, aber wie immer sind es die Outsiders welche Mehrwert wirklich tragen.

Es gibt das was Underground ursprünglich bedeutet hat bevor man ihn auf Conventions und Summits ans Tageslicht zerrte, da irgendwo scheint the good old Berlin versteckt.

Es gibt die East Side Gallery als very cute Sightseeing Ausnahme but zuwenig Erinnerung, den Mauerpark und vielleicht auch irgendwo noch Authentizität, was war es für ein atemberaubendes Gefühl da draußen zu stehen rundherum die DDR und mit seinem PappSchild nach Dortmund zu cruisen, irgendwer nimmt dich immer mit, ein Campingbus voll Tote Hosen auf der Rückfahrt, all das schäumt noch immer irgendwo hier, da bin ich mir sicher.

Vielleicht wird der Brexit Berlin erholen, vielleicht ist das zeitgemäße einfach nur ein bisschen am sich selbst neu erfinden gerade, wenn man sich die Füße wund walket bleibt leider die Erkenntnis auch hier ist alles im Matrixschema, unlässig noch dazu.

Dafür gibt es feine, kleine Telegramflirts, du kannst Lovegames spielen mit einer Unbekannten, die dir sprachlich und dirtymindig das Wasser reicht bevor sie es dir vielversprechend lässt. Dafür gibt es eine Russin die Jeansjacken bemalt und einen dazugehörigen Russen, der dir St.Petersburger Spezialfarben empfiehlt die wirklich gut darauf halten.

Und es gibt natürlich noch viel mehr, Berlin ist dichtgepackt mit solchen Klecksen und es braucht allerhand Jahre um sinnvoll bereist zu sein, aber es gibt kein niemals wieder auftauchen Gefühl ( mehr ) , die doofen Zäune im Tiergarten alleine sind irgendwie dermaßen uncharmant das man sich wünscht

Extinct Rebellion

würde die Stadt noch viel stärker blockieren. Am besten die Zufahrtstraßen bevor man ankommt.

Denn ja, das Camp nahe dem Reichstag beeindruckt wesentlich mehr als dieser selbst, und das Brandenburger Tor ist , also seien wir ehrlich, kaum ein Selfie wert. 


Aber Berlin lebt eben nicht von diesem Möchtegern das schon Hitler versagen ließ, es lebt von der Wut über die Spießigkeit der deutschen Seele, dem passend wird wenig gelächelt in der Stadt, alle sind so beschäftigt, aber eigentlich nicht, wir schweifen zurück zum Bahnhof Zoo, es ist oldschool fun, aber nicht mal der hat sich verändert und entwickelt, und ist auch nicht gleich geblieben. Christiane geht mir ab, nicht weil ich das will oder gut fand, weil sie einfach die Persönlichkeit der Stadt mitgestaltet hatte, die nun etwas taumelt.


Dafür gibt es Hinterhöfe, die dich pfeifen lassen vor Beeindruckt, aber um Himmels warum man schafft es nicht einen Springbrunnen am Europacenter nachts zu beleuchten, die bescheuerten 0815 Gastrohütten davor schon ?

Unausgewogen, da ist das richtige Wort, zu viel Köche verderben oftmals den Brei, das Sonycenter war auch geadelt im Badeaker, das Rockefeller lächelt milde dazu. 

Hauptstadt sein hat dir nicht gut getan, alte Liebe, aber man sollte auch nicht übersehen, das sich hier der Niedergang Europas wunderbar spiegelt, eine zwischen Dekadenz und Unsicherheit gefangene Richtungslosigkeit wohin man eigentlich will.

Aber der Platz für unzählige Geschichten mehr, und während ich mich im Traum mit Irina verpasse, den wir uns einander im Neubautenstyle teasen, macht ein Bodensätzer in Halle Pseudomännchen für Geistesarme, ist Deutschland am Arsch.

Dann vielleicht doch besser in Köpenick weniger einigermaßen sauber trostlos nach der Vergangenheit suchen, im Westkreuz stöbern wenn es nachts wird, und kleine Botschaften für die Verpasste, weil wir es so wollten verpasst, hinterlassen.

Die Spree ist auch kein Rhein

wenn du Zukunft willst, flieg nach Singapur.

Nachts dann findet man unweit der Idiots die Muggelstraße, und man kann Bus 200 oder 100 entlang in einem Riesenballon schweben von dem man zuerst glaubt Springers Welt würde damit Werbung machen, das Finanzministerium ist das beeindruckenste Gebäude der Stadt, traurig eigentlich. Und vielleicht typischer deutsch als ich wagen würde zu behaupten.

Aber erleben geht wie gesagt gut, vielleicht kann man Berlin gegenwärtig mit einer Raumstation vergleichen, es ist sehr viel Durchlaufverkehr, es fühlt sich an als würde die Stadt eine neue Identität und einen besser zu ihr passenden Flow suchen, aber vielleicht projiziere ich das nur.

Einladungen zu Teegesellschaften zu bekommen ist sicherlich queerspannend, das macht Berlin auch aus, es ist ein Flyer, welchem man noch niemals in Europe gewesenen in die Hand drücken könnte.

Irgendwie ist die ganze Stadt ein Lost Place, nicht nur die hunderten bis tausende welche wirklich hier dieses Prädikat verdienen, die alleine schon lange Tiefenpsychoforschungsreisen anregen.

Kein Wunder, wie das gesamte Deutschland leidet es an der Zwangsehe, wo einstmals zwei Schwerpunkte waren ist nun energetisch alles durcheinander.
Akupunktur könnte helfen wenn sie nicht selbst zweifelhaft wäre mehr als Placebo zu sein. Aber Menschen mögen das. 

Oh ja, ich könnte ewig dual weiter machen, es ist sehr schattig und licht hier zugleich, weiter raus aus den Zentren ist wieder alles anders, ein Flickenteppich ist eben ein Flickenteppich.


Man kann immer wieder nur darauf hinweisen, einfach raus aus dem Tunnelblick des Touristen zu stolpern, einfach an irgendeiner U-bahn Station, mit einem zufällig vorbeifahrenden Bus, Endstationen sind groovy, die Dorfgemeinschaften basteln sich hier schon den zeitenwenden entlang,

aber der Cahrme(!) ist weg, das bleibt als Fazit.

Mauern planlos niederreißen war noch nie eine gute Idee, Pandazwillinge im Zoo dagegen schon, und das gottverdammt geilste Eis macht zwar Yusris Vater doch ich habe vergessen zu fragen wo, aber ebenfalls als exzellent erweist sich Amorino nahe den Hackschen Höfen, die ein bisschen sackgassig sind. Aber für den Bobo der etwas auf sich hält wichtiges Wahlfahrtsziel sein sollten.

Die Tage und Nächte verfliegen, es ist ein bisschen die Luft raus, mehr Schein als Sein scheint mir zu sein. Image, in welches die Wirklichkeit erst wieder rein wachsen muss. 

Das Desinteresse der möchtegerne Meisterliner(!) zeigt sich exemplarisch, als eine kleine Demonstration von Hongkong Chinesen am Alexanderplatz wie einer dieser Hanswurst Oktoberfest Stände wenige Meter weiter empfunden wird. Gemütlich frisst das Deutsche Mittelstandsmittelalterpärchen sich an der Bank neben mir einen, sich gelangweilt die wohlstandsverwahrlosten fettigen Merkelwählerfinger abschleckend. Hier wird deutlich das der einzige Sexdrive hier von Foreignern kommt. 


Hatte Berlin einst etwas von echtem Aufbegehren ist es jetzt eine Filiale mit gestutzten Flügeln.

Das Progressive wird mehr und mehr beliebig, wie sollte es dann in der Hauptstadt des deutschen Progressiven anders sein. Aber es gibt Hinweise das Berlin diesen Titel bereits an Hamburg und Wien abgeben muss, was bleibt ist allerdings alle mal eine Spurensuche wert, eigentlich Pflicht.

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