Hutmacher
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Neben dem altbackenen, aber intensiven und einfach gut geschriebenen Weltbestseller von Conway schnappe ich mir die Biogafie von Ashlee Vance ” Elon Musk ” zum (Mit)Gründer von Paypal, Space X und Tesla um einen  weiteren erstaunlichen Menschen für mein persönliches Weiterkommen zu modellieren. Auf jeder einzelnen Seite wird deutlich wie erstaunlich dieser mystisch bis schrullig bis gefährlich wahrgenommene Idealist und Milliardär ist und was da noch alles an Erstaunlichem geschrieben werden kann und wird bei zukünftiger Hundertzwanzigjährigkeit.

Was an sich eine spannende Idee ist, es werden oft zur Zukunft völlig falsche Fragen gestellt. Was wollen Sie erreichen Mr.Musk, den Mars könnten Sie bereits in diesem Jahrhundert erledigt haben. Aber wir haben ja noch mehr Zeit.

Musk erweist sich als Genie und Visionär und davon sind viel zu wenige in bedeutungsvoller Position, aber wie so oft Gute lauert die Antwort was jemand warum ist in der Kindheit auch das Böse und es gibt spannendes Ungesagtes zu seinem Vater, ich finde dennoch schön wie dies von Vance journalistisch umgangen wird obwohl man sich mehr Engagement beim Aufdecken wünschen würde und wie viele Einblicke er in seine Arbeitsweise bezüglich des Schreibens an der Biografie gewährt.

So hat man neben dem Musk Content auch den Content der journalistischen Arbeit welche dahinter steckt. Beides absolut professionell und spannend berichtet. Ich bin anfällig für Silicon Valley Legenden, aber mir gefällt der Wagemut, die Inbrunst und das Zukunftsdenken dieses Genies, selbst wenn es auf der Angst beruht die Menschheit würde sich auslöschen und bräuchte eine neue Heimat.

Und mit Schwierigkeiten ein erfolgreiches Privatleben aufzubauen kenne ich mich auch aus.

Erschütternd auch ein Bericht über das Verprügelt werden auf der Schule, entzückend seine unternehmerischen Projekte als Halbwüchsiger, ganz besonders wohl fühlt sich die erstaunliche Jugend seiner Mutter an, welche mit ihren Eltern Abenteuerreisen unternimmt, Großeltern welche mit einem kleine roten Flugzeug von Afrika nach Australien fliegen, ohne Instrumente und Luftkarten. Verwirrend schön, und Gleichnis für ein ein Leben jenseits Durchschnittlichkeit.

Alles an Musk rüttelt an gewöhnlichen Grenzen und in diesem argwöhnisch beäugten Bonuslevel an Leben ist Faszination, Vorbildwirkung, etwas das einem der Clan der Kleindenker kaum noch bieten kann.
Und natürlich würde ihm etwas Green zu Gesicht stehen und wohl eine humanistische Therapie, ein Coderboy der sich nach Familie sehnt, auch nie einen brauchbaren Daddy hatte wie ich 🙂 Und ihn wohl in seinen schlechten Momenten sehr wohl nach-gestaltet.

Aber sehen wir uns bitte im öffentlichen Raum um, die heiligen Zombiehallen zwischen Opernball und Davos. Und hoffen wir das die Zukunft mehr schaumlosgeschlagene Kreativität und herzliche Verwirrtheit Anstatt alter Männerattitüde beeinhaltet. Schwanzvergleich ist ja bei Raketen, Autos und anderen Spielzeuge dieser Art nicht ganz von der Hand zu weisen. Aber besser es spielt ein netter Irrer, als ein altes Arschloch an den Knöpfen.

Entscheidend wird wieder einmal welche Frau er auf Dauer bekommt.

 Es passt gut dazu das ich spätabends noch in einem Trend Start Up Extra blättere wo es genau diesen Scheideweg immer wieder angesprochen gibt, wo aber auch im Umgang mit dem Phänomen der Start Up Kultur zuviel Szene und zu wenig Authenzität herrscht, aber jenseits von Erfolgsgeschichten aus dem Musk Kindergarten zeigt dieses Heft auch selbst in der österreichischen oder europäischen Start Up Szene einfach auf das es Mangel an echten Visionen gibt, Zahnbürsten als Thema statt Marsbesiedelung, mir wird schlecht vor schmunzeln.

Fachlich ist das Buch allererste Biosahne, aber man muss man auch warnen, das er zu detailliert jeden Furz protokolliert, wohl auch dem noch etwas kurzen Lebensweg des Herrn Hyperloop geschuldet. Autobiografien mit direktem emotionalem Kommentar zum Geschehen gelingt so etwas naturgemäß besser, trotz teilweise Zusammenarbeit und all den Interview kommt dennoch etwas Storystelling zu kurz. Vance kann das Niveau der ersten Seiten keineswegs über das ganze Buch hinweg halten, obwohl in seinem Restaurantbesuch wesentlich weniger Information vorkam als danach, es ist als ob er irgendwann zu hudeln begonnen hätte.

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